Matthias auf Yunnan Tour mit Tibetmoto

Matthias auf Yunnan Tour mit Tibetmoto 

Dieser Blogartikel wurde zuerst auf der privaten Website von Matthias Stepponat auf stepponat.de veröffentlicht. Vielen Dank für die freundlichen Genehmigung zur Veröffentlichung auf tibetmoto.de.

Ankunft in Peking und Silke und ich treffen abends am Flughafen auf Joachim und Helmut – den ersten Teil unserer Gruppe. Es gibt dann einen Tag Sightseeing zum klimatisieren mit einem Trip zur Chinesischen Mauer.

Ursprünglich sollte es in die verbotene Stadt gehen – allerdings gibt es wohl in letzter Zeit Probleme mit dem Eintritt, daher besuchen wir einen Lama-Tempel. Danach geht es früh am nächsten Morgen (wer zur Höle steht denn schon um 4 Uhr morgens auf) weiter zum Flughafen nach Lijang um mit einem Shuttle nach Dali gebracht zu werden, wo wir zum ersten mal Bekanntschaft mit Hendrik – unserem Guide für diese Reise machen werden. Es werden uns ausserdem noch der lokale Guide Sonam sowie der Praktikant Dominik auf der Tour betreuen. Zudem stossen Christoph und Jonathan im Hotel zu uns – damit ist unsere Gruppe komplett. Es gibt eine kleine Stadtführung mit Hintergrundinformationen (was uns auf dieser Reise durchaus öfter passieren wird) und am Ende des Tages dürfen wir auch endlich auf den Moppeds Probe sitzen. Gefahren wird allerdings noch nicht – da es schon relativ spät geworden ist.
Am 3. Tag in China dürfen wir dann endlich auf die Moppeds. Hendrik gibt uns eine kurze Einweisung und erklärt uns, dass dem gemeinen Chinesen die Funktion von Innen- und Aussenspiegel am Auto gänzlich unbekannt ist. Diese Bauteile können zur Schönheitspflege verwendet werden, haben jedoch nichts mit der Verkehrsbeobachtung zu tun. Daher ist das wichtigste Hilfsmittel am Kfz hier in China (wie übrigens auch in vielen anderen Ländern) die Hupe. Beim annähern, vorbeifahren, überholen oder zum ankündigen: „Hoppla, hier komme ich!“ Also immer fleißig die Hupe betätigen. Endlich geht es auf Moppeds und wir fahren dann nach Shaxi. Sind wir erst einmal von der ewig langen Hauptstrasse runter (wer will kann hier auf einer 8-spurigen Strasse 50km nur geradeaus fahren) geht es dann erstaunlich schnell in die Berge hinein und der Fahrspaß kann beginnen. Die Strassen hier sind in erstaunlich gutem Zustand – vieles ist neu, lediglich hier und da liegt Schmutz auf der Strasse der ein wenig Aufmerksamkeit erfordert. Die Shineray fühlt sich noch ein wenig bockig an, das Kurvenfahren ist noch ungewohnt – was aber auch an der Position von Kupplungs- und Bremshebel liegen kann, die für meinen Geschmack deutlich zu hoch eingestellt sind.
Am Nachmittag sind wir auch schon angekommen und es gibt gleich die Ansage: Eine Stunde zum ausruhen, danach geht es in die Innenstadt für Sightseeing.

Früh am nächsten morgen führt uns die Route in die Tigersprungschlucht – Dominik stellt erst einmal meine Hebel richtig ein und schon fühlt sich die Shineray deutlich besser an und auch das Kurvenräubern macht mehr Spaß. Zuerst geht es über breite Strassen bei denen wir in Geschwindigkeitsbereiche vorpreschen, die den Moppeds schon fast körperliche Schmerzen bereiten – diese Dinger sind definitiv nicht für Bereiche jenseits der 100 km/h Grenze ausgelegt. Aber als wir dann wieder auf den kleineren Berstrassen ankommen fühlen sich unsere Zweiräder wieder sichtlich wohler.
Das Tagesziel ist das Woody Guesthaus in der Tigersprungschlucht. Wir kommen mal wieder früh an und können: WANDERN!
Und diesmal geht es auf kleinen Feldwegen so richtig in die Tiefe! Wir schlagen uns durch die Büsche runter zu einem ersten Aussichtspunkt. Sonam, unser Führer, erklärt das der Weg noch viel weiter nach unten an den Fluß führt – dort sitzt man hautnah an den Stromschnellen des Yangtse und kann auch gegen kleines Entgelt auf die Hängebrücke. Die Hälfte unserer Gruppe bleibt zurück, aber Jonathan, Joachim und ich wollen unbedingt runter – sind wir schon mal da, dann wollen wir auch was sehen. Und tatsächlich: der Weg nach unten hat sich wirklich gelohnt. Die Aussicht hier ist atemberaubend – wenn auch ein klein wenig feucht.

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Allerdings müssen wir auch wieder den ganzen Weg nach oben zurück. Jonathan entscheidet sich für einen etwas abenteuerlichen Weg der steiler und über Leitern nach oben führt – Joachim und ich nehmen den konservativen Weg zurück zur Gruppe die am oberen Aussichtspunkt auf uns gewartet haben. Aber auch der Weg ist steinig, steil und schweißtreibend. Am Ende des Tages brennen mir die Oberschenkel und wir sind gefühlt eine Strecke von 10km mit einem Höhenunterschied des Mount Everest gewandert.

Nach dem Frühstück geht es auf nach Shangri-La.
Shangri-La ist eigentlich eine Erfindung des Schriftsteller James Hamilton als Begriff für einen paradiesischen, fiktiven Ort irgendwo im Tibet. Kurzerhand hat die chinesische Regierung den Kreis Zhongdian in Shangri-La umbenannt um den Tourismus in dieser Region zu fördern – und das mit einigem Erfolg. Aber wir suchen keinen Tourismus, sondern Kurven. Und hier hat unser Guide Hendrik uns echt nicht zu viel versprochen – auf dem Weg nach Shangri-La folgt Kurve auf Kurve. Man kann das Mopped durchaus sportlich bewegen – viel schneller als 70-90 km/h geht auf diesen Strecken ohnehin nicht. Die Aussichten sind atemberaubend und wir alle haben uns immer wieder die Frage zu beantworten: Fahren oder Fotos machen?
Heute kommen wir wieder relativ früh an unserem Bestimmungsort an um Sightseeing zu betreiben, Yak-Spieße zu Essen und die große Gebetsmühle von Shangri-La anzuschieben.

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Die Strecke von Shangri-La nach Yunnin führt uns auf den höchsten Punkt der Tour – der Pass des weißen Pferdes mit einer dezenten Höhe von 4292m. Obwohl wir bei der Shineray die Beatmung deutlich verbessert haben, kommt hier der Punkt wo Ross und Reiter unter leichter Atemnot leiden. Das Drehzahlband wird mit jedem Meter kleiner und kleiner. Der Aufstieg wird aufgrund des Wetters und der immer tiefer fallenden Temperaturen beschwerlich. Wir haben Nebel und beschließen den Aufstieg aus Sicherheitsgründen als komplette Gruppe anzugehen.Denn wer hier vom Berg rutscht lernt ganz schnell das fliegen. Obwohl die Aussicht durch das Wetter nicht vorhanden ist, sind wir stolz den Berg auf den eigenen zwei Reifen bezwungen zu haben. Auch ich bekomme die Höhe zu spüren und muss erst einmal schwer durchatmen. Aber die eigentliche Attraktion auf dem Berg sind wir!

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Oben dürfen wir – wie noch öfter auf dieser Tour – erst einmal mit den Chinesen und Tibetern posieren und Gruppenbilder machen. Nach dem gemeinsamen Gruppenfoto für uns geht es dann ganz schnell wieder runter in das Tal an den Mekong Fluss. Hendrik lädt uns zum Abendessen zu seiner Familie ein, wo wir die Vorbereitungen für ein Ritual verfolgen dürfen, welches am nächsten Morgen von Mönchen durchgeführt wird.

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So einen privaten und spannenden Einblick in das Leben hatte ich nun wirklich nicht erwartet. Allerdings erarbeiten wir uns dieses Privileg durch eine kleine Wanderung auf den Berghügel hinterm Haus – warum müssen diese Aussichtspunkte auch immer nur auf einem Berg sein?

Der ursprüngliche Plan sah vor, dass wir nach Baisha (nahe Lijang) fahren würden. Jedoch hat Hendrik die Tour umgestaltet, da die gut 400km für diese Strassen und den Fahrtag zu lang werden würden. Daher geht es jetzt nach Qizong. Auf dem Weg dahin fahren wir zunächst hoch oben auf der alten Bergstrasse – die ist noch unbefestigt und hier zeigt die kleine Enduro so richtig was in ihr steckt. Lange Federwege, Schotter und Schlaglöcher passen einfach gut zusammen.

Kurz vor dem Tankstop kommen wir wieder auf ashpaltierte Wege – kaum dort angekommen fängt es an zu regnen und hört heute auch nicht mehr auf. Wir folgen dem Mekong Fluss den ganzen Tag auf einer brandneuen breit ausgebauten IMG_1575Bergstrasse, die im trockenen trotz der Breite auch mit der Shineray verdammt viel Freude bereiten würde. So aber wird die Freude durch viel Wasser eingetrübt. Auf dieser Strecke ist dann deutlich zu sehen wie viel Aufwand die Chinesen betreiben um die Berghänge mit sehr limitiertem Erfolg zu befestigen. Ich habe noch nie so viele Erdrutsche und Steinschläge auf einer Strasse gesehen wie hier. Klatschnass kommen wir Nachmittags im Hotel an und geniessen die heisse Dusche – das Abendessen verdienen wir uns durch die obligatorische Wanderung zum nahe gelegenen Tempel.

Der Weg nach Baisha ist von der Hoffnung getragen, dass wir nicht nass werden. Das Wetter ist eher durchwachsen – damit werden die Klamotten nicht so richtig trocken. Aber immerhin regnen tut es nicht. Die kleine kurvige Strasse macht trotzdem Spaß und führt uns zu dem Punkt wo der Yangtse Fluss eine 170 Grad Biegung macht. Heute dürfen wir ausnahmsweise einmal vor dem Mittagessen auf den Berg wandern und die gute Aussicht genießen. Der weitere Weg nach dem Mittag führt uns dann nach Baisha in ein Hostel was erstaunlich große Zimmer bietet.
Da wir schon gegen Mittag unsere kleine Wanderung hinter uns gebracht haben, machen wir nur eine kleine Tour durch Baisha um die lokalen SticDSCN2502kereischule zu sehen. Danach werden wir mit einem Kleinbus nach Lijang verfrachtet. Dort können wir die lokalen Tanzgruppen bewundern und machen uns auf in die Stadt der „One-Night-Stands“ – allerdings mehr um die Touristenbuden und die Fresstempel abzugrasen. Letztendlich gönnen wir uns viel zu fettiges Essen – aber immerhin können wir behaupten, dass wir Heuschrecken und andere Insekten gegessen haben. Das schmeckt irgendwie nach gar nix – lediglich das Gewürz macht sich bemerkbar. Beim nächsten mal lasse ich wieder Sonam die Gerichte aussuchen; dann hat man immer eine gute Auswahl und bekommt nicht ganz so fettige Überraschungen serviert.

 

Huhu es geht nach Wumu!
Ich kann mich zwar nicht mehr an die Strassen bis zum Mittagessen erinnern – aber danach geht es so richtig zur Sache. Zuerst verlieren wir Christoph und Jonathan, da die beiden an der einzigen Abzweigung trotz klarer, mehrfacher Ansage von Hendrik LINKS abzubiegen. Macht aber nix – das fällt unserem Begleitfahrzeug schnell auf und die beiden werden nach wenigen km wieder mit dem Lasso eingefangen.
Dafür geht es für uns dann bald auf einer kleinen, winzigen Bergstrasse heftig um die Berge. Kein Verkehr – fantastische Aussichten und mit Tempo 50 fühlt man sich schon wie ein Großer!
Hendrik prüft, ob die Strasse nach Shitouchen, der alten Felsenstadt, befahrbar ist und bekommt mitgeteilt, dass die Strasse neu sei. Neu ist nun

nicht gerade der richtige Ausdruck dafür – die alte Steinstrasse wird gerade neu gemacht. Das führt dazu, dass wir über viele Kilometer ein tolles Offroadvergnügen erleben dürfen.

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Auf dem Rückweg wartet bereits der Besenwagen auf uns um uns zum Gästehaus zu bringen. Die Aussage von Sonam und Dominik war: „Nur noch kurz über den Hügel und dann sind wir schon da“. Dieses kurz über den „Hügel“ dauert etwas über eine Stunde und die Strassen sind so schmal, das ich mit 30-40 km/h mir vorkomme wie ein Rennfahrer. Die Strasswe endet in einem Ort wo wir am Abend das Gästehaus von Jeff beziehen. Obwohl der Ort und das Gasthaus am Ende der Welt sind, wird das hier definitiv mein Favorit der Reise. Gut ausgestattet, die Aussicht ist der Wahnsinn und: Heute wird nicht gewandert 🙂

Auf zum Lugu Lake!
Der Tag heute fängt erst mal mit einer kleinen Offroadpartie an, die nur vier von uns fahren. Wir wollen Wumu von der anderen Seite des Tals anschauen und dafür muss dieser Feldweg bezwungen werden. Insgesamt ist das ein kleiner Umweg von einer Stunde, aber gut investierte Zeit. Sehr anspruchsvoll zu fahrende Schotterstrecken und das Panorama entlohnt uns für die Mühen.
Dann geht es wieder über die kleine Bergstrassen von gestern zurück auf die große Hauptstrasse, die zwar super ausgebaut ist, eine schnelle Fahrt ermöglicht, aber scheinbar keine geraden Abschnitte kennt. Nur gut, dass ich aus dem Sabberalter schon raus bin, sonst wäre ich unter dem Helm total nass!
Am Nachmittag kommen wir dann am Lugu Lake an. Lange versteckt sich der See vor unseren Blicken, erst als wir unmittelbar vor dem See über den letzten Hügel fahren öffnet sich die Landschaft und wir können den See überblicken. Die Landschaft wirkt plötzlich mediterran und wir könnten uns hier irgendwo in Italien befinden.
Natürlich bleibt auch heute die obligatorische Wanderung nicht aus – glücklich fallen wir in die Betten, auch wenn die Tour jetzt sich jetzt langsam dem Ende neigt.IMG_0743

 

Es ist jetzt für uns der vorletzte Fahrtag uns wir umrunden erst einmal den Lugu See um beim Fahren Videos und Fotos für Hendrik zu schießen. Unsere hübschen Gesichter machen sich eben gut als PR Material 🙂
Ein kleines Kuriosum: in mitten der rechten Fahrspur befindet sich ein ausgewachsener Baum! Hier haben die Chinesen einfach mal den Asphalt rechts und links um den Baum gegossen. Auch eine Möglichkeit der Verkehrsberuhigung. Es geht über große, breite, kurvigen Strassen weiter – zwischendurch sehen wir auch was passiert wenn man nicht achtsam ist: Wir sehen einen Unfall, bei dem ein Auto die Kurve nicht bekommen hat und jetzt schätzungsweise 50m tiefer auf dem Dach zum liegen gekommen ist. Wer hier fliegt, der fliegt weit und tief!IMG_1713
Abends erreichen wir Chenghai, eine kleine Stadt mit eigenem See. Unser Hotel ist an der Hauptstrasse und wir wandern runter zum See um mit geeigneten Getränken den Tag am See ausklingen zu lassen. Zuerst noch alleine erscheinen kurz darauf aus dem nichts eine Horde von Einwohnern, die uns zum Anlass nehmen um hunderte Selfies mit den Langnasen zu schießen. Ausländer als Touristenattraktion – das hat schon was!

Zurück nach Dali!
Der letzte Tag Mopped fahren in China – Hendrik hat eine kleine Bergstrasse gefunden, die uns fast den ganzen Tag über geschmeidige Strassen mit angenehmer Breite und vielen Kurven zurück nach Dali führt. Highlight des Tages war aber ganz sicher Jonathan, der mit viel Geschick seine Shineray vor einem Sturz bewahrt. Bei voller Fahrt blockiert im das Hinterrad! Die Bremsspur ist beeindruckend.

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Alle Reperaturversuche scheitern und Jonathan bekommt das Ersatzmopped vom Besenwagen und kann damit die Tour auf dem Bock beenden. Die letzten 30km nach Dali sind zum abgewöhnen – es geht wie schon am ersten Fahrtag auf der 8-spurigen Strasse einfach nur geradeaus. Das hilft ein klein wenig sich später von der Shineray zu trennen. Zu Hause bei Hendrik angekommen gibt es gleich wieder das obligatorische Bier und den Abend lassen wir zusammen mit dem ganzen Team beim Abendessen und in einer netten Bar ausklingen. Wir hatten definitiv eine geile Zeit in Yunnan – Silke und ich werden noch ein paar Tage in Peking und Shanghai verbringen, bevor wir nach Hause tingeln.

Fortbewegungsmittel: Die Motorräder sind für das Gebiet eine echt gute Wahl. 400cc und 27PS ist zwar nicht die Welt – und auf dem Weg ganz hoch hinaus hab ich manchmal gedacht, dass die Asthmabehafteten Maschinen nicht genug Luft bekommen um uns nach oben zu tragen. Aber obwohl es immerzu kracht und scheppert, obwohl das Drehzahlband in der Höhe deutlich eingeengt wurde, obwohl ich die Shineray zwischen Vollgas und Bremsen sehr digital betreibe, macht dieses Motorrad Spaß. Teilweise sind die Strecken so klein und kurvig, dass 40km/h schon unter verrückte Raserei fällt. Ganz selten können wir an der magischen 100 auf dem Tacho kratzen. Die offensichtlichen Qualitätsmängel sind glücklicherweise das Problem von Hendrik. Daher ist die Shineray für dieses Gebiet und tie Tour eine echt gute Wahl.

Die Organisation: Das Team von Tibetmoto hat in einen echt guten Job gemacht. Hendrik lässt uns frei fahren, Sonam sorgt als Muttersprachler dafür, dass wir immer gutes Essen haben und Dominik unser Praktikant kümmert sich um alles was so anfällt. Außerdem besorgt er das mehr oder minder kalte Bier um den Staub von der Strasse abzuschütteln und sorgt mit seinem offenen Wesen für frischen Wind in der Gruppe. Da Kaffee in China schwer zu bekommen ist, sorgen die Jungs auch dafür das wir zumindest zum Frühstück etwas vergleichbares zu trinken bekommen.
Auch die Tourplanung mit durchschnittlich 200km am Tag ist gut. Zuerst dachte ich: „Man ist das wenig“, aber mit dem Streckenprofil ist das auf jeden Fall mehr als genug pro Tag. Lediglich die vielen gewanderten Kilometer haben mich ein wenig überrascht und ich hätte mir hier einen deutlicheren Hinweis in den vorbereitenden Unterlagen gewünscht. China 2016 war in jedem Fall eine „Bike & Hike Tour“

Die Hotelauswahl: Zumindest konnten wir in allen gewählten Hotels mit der Zeitung auf`s Klo gehen. Ob man sich da lange aufhalten mochte ist eine andere Sache – insbesondere die Tatsache, dass es Duschtoiletten gibt ist für mich schon merkwürdig. Außerdem bevorzugen die Chinesen eine harte Liegestätte. Nach den ersten drei Tagen habe ich mich gefühlt wie die Prinzessin auf der Erbse. Aber danach wurden die Betten auch weicher – oder aber wir haben uns schnell an die chinesische Härte gewöhnt. Generell lässt sich sagen, dass Hendrik für diese Gegend schon eine gute Wahl getroffen hat – aber ein 4 Sterne Hotel mit deutschem Standard sollte man definitiv nicht erwarten.

Kulinarisches: Das Bier in China ist toll – tausend verschiedene Flaschengrößen sehr häufig mit homöopathischen Dosen von Alkohol, damit man nie schnell genug betrunken werden kann um komische Sachen zu machen.
Wer chinesisches Essen mag, wird die Küche von Yunnan lieben. Das Geheimnis besteht in viel Öl, Knoblauch, Ingwer und einem Wok der oftmals von einem Gasbrenner angetrieben wird, der nach einem startenden Heißluftballon klingt. Sonam bestellt auch immer eine gute Mischung aus Fleisch und Gemüse. Auch hätte ich nie gedacht, dass man „stinkenden Tofu“ zum Frühstück als leckeren Brotaufstrich verwenden kann. Lediglich den Foodcourt in Lijang hätte ich mir ersparen können.

Fazit: China weiß zu beeindrucken! Sei es durch die skurrilen Fahrschulen, den massiven Ausbau der Strassen – ohne jeglichen Verkehr, diese extrem hohen Berge mit den unglaublichen, teils atemberaubenden Aussichten. Das olfaktorische Erlebnis auf den „sanitären Einrichtungen“ und in den Ortschaften durch den ganzen Dreck ist nicht zu unterschätzen. Oftmals ist es besser der Natur in der freien Natur Ihren Lauf zu lassen. Aber auch durch kleine Dinge wie die „große chinesische Firewall“. Wifi an jeder Ecke – freies Internet ist aber fast nicht verfügbar. Wer so etwas möchte muß zu Proxy Servern oder VPN greifen. Wer auf das vorbereitet ist, für den wird diese Tour einiges zu bieten haben. Der finanzielle Aufwand vor Ort hält sich in sehr überschaubaren Grenzen und das Team vom Motorrad Action Team, bzw. Tibetmoto macht diese Tour zu einem echten Erlebnis. Im allgemeinen ist das Preis / Leistungsverhältnis dieser Tour richtig Gut.
Vor allen Dingen war ich aber für einen Guide dankbar, der die Schrift lesen und die Sprache sprechen kann – ohne das ist man in diesem Land verloren. Wir sind auf jeden Fall glücklich und mit vielen neuen Eindrücken nach Hause geflogen!

Mehr von Matthias Blog auf stepponat.de.

Tribute video von Matthias Stepponat: www.stepponat.de/blog/
Keine Sorge: Die gezeigten Pisten sind allesamt optionale Strecken, wir fahren hauptsächlich auf Asphalt!

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